Hausarbeit: Soziale Struktur und soziales System
I Funktion, Struktur & System (Kathleen Saro)
II Macht und Herrschaft (Nicole Gassmann)
Inhalt
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Begriffe
1.1 Funktion
1.2 Struktur
1.3 System
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Soziale Struktur und soziales System
2.1 Struktur
2.2 Zum Begriff des Systems
2.3 Klassifikationssysteme
2.4 Soziale Systeme
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Soziale Ordnung und Kontrolle
3.1 Usenet - die Einrichtung von Diskussionsforen
3.1.1 Ablauf der Neuwahl einer Newsgroup
3.1.2 Vergleich des Usenets mit anderen Medien
3.1.3 Regeln im Usenet
3.2 Gemeinschaften im Internet
3.2.1 Die Innenwelt von Netzgemeinschaften
3.2.2 Netzgemeinschaften und die Außenwelt
3.2.3 Gruppengröße und -grenzen
3.2.4 Richtlinien
3.2.5 Überwachung und Sanktionen
3.3 Zusammenfassung
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Einleitung
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Macht
2.1 Institutionalisierung von Macht
2.2 Das Stufenmodell nach Popitz
2.2.1 erste Stufe: sporadische Macht
2.2.2 zweite Stufe: normierende Macht
2.2.3 dritte Stufe: Positionalisierung von Macht
2.2.4 vierte Stufe: Herrschaftsapparate
2.2.5 fünfte Stufe: staatliche Macht
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Herrschaft
3.1 Definition des Begriffs Herrschaft
3.2 Die Typen der Herrschaft
3.2.1 Die legale Herrschaft
3.2.2 traditionale Herrschaft
3.2.3 charismatische Herrschaft
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Zum Internet
4.1 beteiligte Gruppen an einer Datenübertragung
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Praktisches Beispiel: Scientology
In unserer Hausarbeit möchten wir im ersten Teil auf die Begriffe Funktion, Struktur & System
(Kathleen Saro) eingehen und sie erläutern und anschließend
dies am Beispiel des Internets erklären.
Im zweiten Teil gehen wir auf das Thema Macht und Herrschaft (Nicole Gassmann) ein.
(Kathleen Saro)
Funktion ist ein sehr vieldeutiger (R.K. Merton) Grundbegriff der modernen Soziologie.
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Die Umgangssprache bezeichnet mit Funktion häufig eine soziale Position, etwa innerhalb
einer Organisation (z.B. jemand bekleidet die Funktion eines Personalleiters), insbesondere
die dem Positionsinhaber zugewiesene Aufgaben (z.B. der Personalleiter hat die Funktion,
Arbeitsverträge abzuschließen).
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An den mathematischen Sprachgebrauch angelehnt bedeutet der Satz, a ist eine Funktion
von b: a hängt von b ab; a ist von b verursacht.
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Der Satz, c hat eine Funktion für d bedeutet etwa: c wirkt sich auf d aus.
In einem engeren Sinne ist dies die Bedeutung von Funktionen in der strukturell-funktionalen Theorie.
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In der funktional-strukturellen Theorie Luhmanns bezeichnet Funktion einen abstrakten Gesichtspunkt,
im Hinblick auf den mehrere Leistungen als äquivalent erscheinen. (Rüdiger Lautmann)
Struktur bezeichnet die Elemente, aus denen ein Gegenstand aufgebaut ist, und die Art und Weise,
in der sie zusammenhängen. Wesentlich für den Strukturbegriff ist nicht das Vorhandensein oder die
bloße Anordnung, wohl aber eine bestimmte Ordnung der Elemente, durch welche Systeme als identisch
charakterisiert werden können. In Analogie zur Sprache kann man Struktur auch als die Syntax verstehen,
nach der die Elemente geordnet auftreten. Struktur impliziert keine vollständige Abbildung der Realität,
sondern dasjenige Beziehungsnetz ausgewählter Elemente, das dem Gegenstand eine relative Stabilität
und Konstanz verleiht. (Hartmut Lüdtke)
Ein System ist eine Menge von untereinander abhängigen Elementen und Beziehungen. Der Begriff dient
zur Bezeichnung beliebiger Gegenstände; es wird von Gedankensystem, Theoriesystem, sozialem System,
psychischen System usf. gesprochen. Dabei handelt es sich stets um theoretische Konstruktionen.
Etwas als ein System aufzufassen bedeutet nicht mehr, als sich dem jeweiligen Gegenstand mit bestimmten
Begriffen und unter einem bestimmten Gesichtspunkt zu nähern (nämlich die Elemente und ihre Beziehungen,
etwa ihre Interaktion, mit der Umwelt zu verknüpfen). (Stefan Jensen)
Der Systembegriff geht davon aus, dass alle Systemteile interdependent sind. Veränderungen einzelner
Systemelemente wirken mittelbar oder unmittelbar auf alle anderen Systemelemente ein und verändern so
den Zustand des Gesamt-Systems. Systemveränderungen folgen einer Struktur, die durch das Prinzip der
Systemerhaltung und/oder des Systemgleichgewichtes bestimmt ist. Damit ist die Tendenz eines Systems
gemeint, bestimmte periphere Variablen zu manipulieren, um die zentralen konstant zu halten. (Heinz Epskamp).
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Allgemeiner Strukturbegriff
Von einer Struktur kann man ganz allgemein sprechen, wenn eine Mehrzahl von Einheiten in einer nicht
zufälligen Weise miteinander verbunden ist, so dass sich Regelmäßigkeiten zeigen. Diese "nicht zufällige"
und "Regelmäßigkeiten" aufweisende Verbundenheit kann auf verschiedenen Momenten beruhen. An einem geometrischen
Körper entdecken wir eine Struktur, weil er sich aus bestimmten Dreiecken und Vierecken in einer bestimmten
Abfolge zusammensetzt.
An einem Gebirge stellen wir eine geologische Struktur fest: die Erdgeschichte hat durch Verschiebung
und durch Überlagerung eine uns regelmäßig erscheinende Schichtung von Gesteinsarten hinterlassen.
"Regelmäßigkeit" heißt hier: man kann erwarten, dass das, was ich an einer Stelle vorfinde, an einer anderen
wiederkehrt. Es ist nicht wichtig, dass sich alle Einzelheiten wiederholen, sondern dass zwischen den Elementen
solche Beziehungen wahrnehmbar, die Voraussagbarkeit begründen.
Man spricht auch von einer Altersstruktur einer Population: Die verschiedenen Altersklassen interessieren
uns dann nicht in ihrer absoluten Größe, sondern in ihrem quantitativen Verhältnis zueinander.
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"Sozialstruktur" und "soziale Struktur"
Es ist zweckmäßig zwischen "Sozialstruktur" einerseits und "sozialen Strukturen" bzw. "Gesellschaftsstruktur"
andererseits zu unterscheiden. "Gesellschaftsstruktur" hat das Ganze einer Gesellschaft im Auge,
während "soziale Struktur" auch kleinräumige Strukturen meinen können.
Mit Sozialstruktur werden oft Sammlungen strukturierter Daten bezeichnet. Es handelt sich um vorwiegend auf
Statistiken aufbauende Publikationen.
Ihr Sinn ist es, zu Erkenntnissen über die Struktur, welche die Gesellschaft selbst hat, hinzuführen.
Deshalb werden die hierbei gesammelten Daten oft auch "Strukturdaten" genannt, wobei mit "Struktur" jetzt
ihre Relevanz für die Struktur der Gesellschaft gemeint ist.
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Normative Strukturen
Normative Strukturen sind durchaus begründbare, nicht zufällige geistige Beziehungen zwischen Normen.
Sie sind als ein Teil der "Struktur der Gesellschaft" anzusehen.
Man meint mit "normativen Strukturen" strukturierte Bewusstseinsinhalte, die im Kommunikationsprozess
der Gesellschaft ausgetauscht und tradiert werden und dadurch Geltung erlangen. Sie beeinflussen die
Handlungszusammenhänge, sind aber nicht mit ihnen identisch. Die Handlungszusammenhänge sind keineswegs
nur Ausfluss normativer Geltung. In ihnen ist erstens viel Zufälliges wirksam; außerdem gibt es in ihnen
weitere Regelmäßigkeiten, die nicht durch geltende Normen bestimmt werden. In einer Gesellschaft gibt es
also stets Strukturelemente normativer und nichtnormativer Art.
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Soziale Strukturen
Unter sozialen Strukturen sollen soziale Verhältnisse, d.h. als "objektiv" erlebte Zusammenhänge, die durch
soziales Handeln entstehen, verstanden werden, die nicht nur faktisch die Situation einzelner sozialer
Verhaltensweisen bzw. Interaktionen überdauern, sondern ihre Dauerhaftigkeit spezifischen Stabilisationsmomenten
verdanken. Diese bewirken, dass Veränderungen im Verhalten der Beteiligten entweder gar nicht erst eintreten oder
verübergehend bleiben. Solche Stabilisationsfaktoren sind z.B. Sanktionsmechanismen, institutionelle Verfestigungen,
Traditionen, die im Sozialisationsprozess weitergegeben werden.
"Soziale Strukturen" bezeichnen aufeinander bezogene, auf Einstellung beruhende Verhaltensregelmäßigkeiten in
einem Ausschnitt des gesellschaftlichen Geschehens.
Zum Beispiel kann eine bedrohte soziale Struktur, in der die bisherigen Stabilisatoren versagen, durch Einsatz
neuer Mittel stabilisiert werden.
Hier spricht man von einem funktionalen Gleichgewicht, das dauerhaft ist, obwohl die "Gewichte" ausgetauscht werden.
Die Stabilität einer Struktur darf also nicht statisch verstanden werden. Sie ist ein Prozess des Ausbalancierens.
Dieses ist jedoch nicht immer ein Ergebnis zielbewussten Handelns.
Der Begriff "soziale Struktur" spiegelt nicht die gesamte soziale Wirklichkeit jenes Ausschnitts aus einer
Gesellschaft wider, auf den er sich bezieht, sondern bezeichnet nur das, was in ihm interdependent ist und sich
immer wieder stabilisiert.
Wenn wir z.B. von der Struktur eines Gemüsemarktes sprechen, interessiert uns schon, dass das Warenangebot mit der
Jahreszeit regelmäßig wechselt, jedoch nicht, dass die Hausfrau X am Tag Y besonders viele Zwiebeln kauft, weil sie
Zwiebelsuppe für eine größere Gesellschaft kochen will. Nicht alle sozialen Ereignisse sind in ihrem Kern Ausflüsse
sozialer Strukturen. Die strukturellen Verfestigungen umfassen nicht alle sozialen Geschehnisse, sondern lassen
Kontingenzen zu.
Das Wort "soziale Struktur" meint allerdings nur relative Stabilität. Nicht eine solche "für ewig". Sonst könnte
man nicht von Strukturwandel sprechen. Der Begriff "Strukturwandel" bezeichnet nicht nur einfach gesellschaftliche
Veränderungen, sondern einen Wandel, der sich an Verhältnissen vollzieht, die über Stabilisatoren verfügen.
Wenn wir von "Struktur einer Gesellschaft" sprechen, unterstellen wir, dass eine Vielzahl von Einzelstrukturen sich
zu einem Strukturzusammenhang bzw. zu einer einzigen übergreifenden Struktur zusammenfügen. Diese Struktur beschreibt
die Gesellschaft unter dem Aspekt ihrer relativen Stabilität, klammert also andere Aspekte aus. "Struktur einer
Gesellschaft" darf nicht mit "Gesellschaftsordnung" gleichgesetzt werden. Diese macht nur einen Teil ihrer Struktur aus,
nämlich denjenigen, der auf normativen Elementen und Wertorientierungen beruht. "Gesellschaftsordnung" ist
ein Wertbegriff.
Man kann nur davon sprechen, wenn viele Mitglieder in den Stabilitäten ihrer Gesellschaft eine "Ordnung" erkennen
und anerkennen.
Ein soziales System ist eine komplexe soziale Struktur mit Grenze. Entscheidend ist, dass dort, wo von Systemen
gesprochen wird die Begrenztheit des Ganzen konstitutiv für den Charakter und die Zuordnung der Teile des Ganzen
zueinander sind. Die das System tragenden sozialen Verhaltensweisen, Interaktionen und Strukturen werden als
Funktionen des begrenzten Ganzen gedeutet. Was nun als "Funktion" zu betrachten ist, richtet sich nach der Art
des Systems.
Es gibt z.B. Klassifikationssysteme, die dem Ziel dienen, die Übersicht über einen komplexen Ausschnitt aus der
Wirklichkeit zu gewinnen. Die Klassifikation geschieht nach logischen Regeln.
Klassifikationssysteme, z.B. solche für soziologische Begriffe, können der besseren wissenschaftlichen Orientierung
über die Gesellschaft dienen. Sie geben Hinweise auf das, was vorkommt und geben auch manche Anhaltspunkte dafür,
in welcher Reihenfolge man erkennend oder rezipierend tunlichst vorgeht, da man ja nicht alles, was zugleich passiert
und miteinander zusammenhängt, auch zugleich denken und aussprechen kann. Aber solche Klassifikationssysteme sind nur
Systeme für einige - keineswegs alle - Orientierungsvorgänge über die Gesellschaft.
Sie bilden nicht die Funktionszusammenhänge der Gesellschaft selbst ab. Wer ein Klassifikationssystem soziologischer
Begriffe, obwohl dies seine Funktionalität besitzt - sonst wäre es ja kein System - mit dem System bzw. einem
Teilsystem der Gesellschaft verwechselt, macht sich der Reifizierung von Begriffen schuldig. D.h. er schreibt einen
Begriff, der eine Wirklichkeit bezeichnet, die er selbst nicht ist, Wirklichkeitscharakter zu.
Ein Klassifikationssystem soziologischer Begriffe ist nicht mehr als ein System von Bezeichnungen von
gesellschaftlichen Tatsachen, mit Hilfe derer Wissenschaftler einen Teil ihrer Gedanken über gesellschaftliche
Tatsachen in eine gewisse Ordnung bringen.
Die einzelnen Begriffe sind funktional, insofern sie in der Weise voneinander abgegrenzt sind, dass ich Sachverhalte
deutlicher voneinander unterscheiden kann und dass ich weiß, auf welcher Allgemeinheitsstufe ich rede.
Es gibt einheitliche Regeln, nach denen die Begriffe aufgebaut werden und einander ausschließen oder implizieren.
Daraus entsteht ein Ganzes, von dem ich mich auf gebahnten Wegen zum einzelnen entlanghangeln kann, oder vom einzelnen
zum Ganzen. All dies erleichtert auch die Kommunikation.
Ein solches System hat auch seine Grenze. Aber die Grenze ist durchlässig und muss durchlässig sein. Zum Beispiel
muss sich ein Soziologe klarmachen, dass er unter dem Begriff "Rolle" etwas ähnliches, aber nicht genau das selbe
wie der Psychologe versteht. Das Klassifikationssystem ist so ausgearbeitet, dass Grenzüberschreitungen von einer
Disziplin zu einer anderen möglich sind.
Soziales System:
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Jede konkrete Handlung zwischen Personen, die aus aufeinander bezogene Orientierungen und Verhaltensweisen besteht.
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Eine Mehrzahl handelnder Personen und Organisationen.
Konstitutiv für beide Aspekte des sozialen Systems ist der Begriff der Rolle, jenes Teils des Persönlichkeitssystems,
mit dem der Handelnde in einer sozialen Beziehung engagiert ist.
Ein soziales System lässt sich als System von Rollen analysieren, die einerseits arbeitsteilig an den essentiellen
Systemproblemen orientiert sind, andererseits durch ihre institutionelle Verankerung die Regelmäßigkeit von
Interaktionsmustern erst begründen, also die Struktur des sozialen Systems definieren.
Der Begriff des sozialen Systems ist zentral für strukturell-funktionale Theorie, deren Ziele die Erklärung der
Bedingungen der Möglichkeit der Existenz und der Entwicklung von sozialen Systemen ist. (Heinz Epskamp)
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Teleologische Struktur
Von "sozialen Systemen" können wir nur da sprechen, wo und insofern Strukturen der realen Gesellschaft den Charakter
von Systemen annehmen, d.h. wo aus wirklichem Verhalten und Handeln von Menschen Strukturen entstehen, die sich im
Hinblick auf ein Telos funktional zusammenfügen.
Ein System, das eine funktionale Einheit bildet, ist auf ein "Telos" bezogen. Dieses zu erkennen, verlangt
"teleologisches" Denken.
Ein Industriebetrieb ist sicherlich ein soziales System. Die in ihm stattfindenden Tätigkeiten sind funktional
im Hinblick auf einen Betriebszweck. Es sollen durch Arbeit Gegenstände hergestellt werden, die verkäuflich sind
und Geld einbringen, das für Löhne Investitionen und Gewinne zur Verfügung steht.
Es gibt auch systemartige Gebilde, die durch Handlungen und Verhaltensweisen vieler Menschen entstehen und sich
erhalten, ohne dass diese mit ihrem jeweiligen Tun die Verwirklichung eines Systemziels anstreben.
Jeder verfolgt seine Ziele bewusst mit den jeweils geeignet erscheinenden Mitteln. Diese werden gewählt auf dem
Hintergrund von Rahmenbedingungen, die im großen und ganzen gleich bleiben. Damit trägt das jeweilige Tun wieder
zum Gleichbleiben der Rahmenbedingungen und zur Stabilisierung eigener Erwartungshorizonte und derjenigen anderer
Subjekte bei und damit auch zur Erhaltung des sozialen Systems.
Die Minimalbedingung für ein soziales System ist, dass die strukturierten Einzelhandlungen der Subjekte
in dem Sinne funktional ineinander greifen, dass eine Stabilität der Verhältnisse, welche die Rahmenbedingungen
für die Einzelhandlungen abgeben, gewährleistet ist. Es kann also soziale Systeme geben, die nicht auf einer
gemeinsam von allen getragenen Ordnungsvorstellung beruhen. Es genügt, dass jeder sich auf "Verhältnisse" einstellt
und sie dadurch befestigt.
In der Wirklichkeit wird man es natürlich meist mit Mischformen zu tun haben. Dies kann am Phänomen des Marktes
verdeutlicht werden, der ein soziales System darstellt, wenn er funktioniert. Der Markt stellt einen sicheren
Rahmen für produzierendes und disponierendes Handeln dar, das an der Zukunft orientiert ist.
Ein existierende soziale System kann teilweise auf Mechanismen beruhen, die gerade nicht aus einer zielgerichteten
kollektiven Willensbildung entstehen, teilweise aber auch auf Ordnungsvorstellungen und Ordnungsmaßnahmen, die
paradoxerweise die Unkoordiniertheit der Einzelhandlungen erhalten sollen. Es kommt vor, dass die zentralen
Systemziele bedroht werden, wenn der Reichweite ihrer durchaus funktionalen Absicherungen nicht ausdrückliche
Grenzen gesetzt werden. Wenn die Polizei aufpasst, können sich die Bürger frei bewegen. Dies dient der Freiheit
in einem freiheitlichem System. Eine Überperfektionierung des Polizeiapparates kann dieses System aber von
innen bedrohen.
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Zur "Grenze" sozialer Systeme
Die "Grenze" eines sozialen Systems bedeutet nicht die völlige Abschottung zu anderen Systemen. "Soziale Systeme"
sind Systeme, die aus menschlichem Verhalten bestehen. Menschen sind lernfähig, und sie sind in der Lage und
darauf angewiesen, die wegreduzierte Komplexität" im Auge zu behalten und gegebenenfalls partiell in den
Systemzusammenhang wieder einzubeziehen. Menschliche Systeme "lernen".
Erst dadurch, dass Menschen bestimmten Handlungen eine spezifische Qualität geben, die andere Handlungen nicht
besitzen, konstituieren sie eine Grenze oder Schwelle und damit ein System.
Es gibt für das Handeln in Systemen einen Innen- und einen Außenaspekt. Das Innere wird wesentlich unter dem
Gesichtspunkt der Funktionalität betrachtet. Jedoch sind gleichzeitig auch viele Aktionen, Interaktionen und
Strukturen nach außen, d.h. auf Geschehnisse jenseits der Grenze, also jenseits des integrierten
Funktionszusammenhangs gerichtet, nicht zuletzt, um das System gegenüber der funktional nicht integrierbaren
Außenwelt zu erhalten.
Wir müssen uns darüber klar sein, dass die Außenwelt eines sozialen Systems nicht nur im räumlichen Sinne
"draußen" liegt, sondern auch in seinem Inneren. Die zu einem sozialen System gerechneten Personen sind niemals
vollständig integriert. Ihr Tun ist nicht vollständig "funktionalisiert".
Sie "funktionieren" auch noch in anderen Handlungszusammenhängen, die ebenfalls einen Systemcharakter haben,
z.B. der Arbeitnehmer in einem Betrieb ist auch Familienmitglied.
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Reales System und System-Modell
Ein "reales soziales System" ist ein Stück Wirklichkeit, dessen Interdependenzen tatsächlich partiell Systemcharakter
haben, weil das tatsächliche Tun der Menschen sich partiell systemartig zusammenfügt.
"Modellvorstellung" spukt in den Köpfen derer herum, die einem "realen sozialen System" angehören.
Diese Modellvorstellung ist handlungsleitend. Handlungsleitende Vorstellungen in den Köpfen derer,
die durch ihr Handeln das System entstehen lassen und erhalten, sind selbst Teil der Systemwirklichkeit.
Es können in einem realen System durchaus verschiedene Modellvorstellungen darüber existieren, wie dieses
System aufgebaut ist und funktioniert.
Ein Modell ist nicht identisch mit der Wirklichkeit. Es ist ein vereinfachendes Abbild der Wirklichkeit,
das dem besseren Verständnis dienen soll. Es hat stets perspektivischen Charakter.
Das "soziale System" ist eine Modellvorstellung im Kopf eines beobachtenden und deutenden Wissenschaftlers.
Er interessiert sich für die Regelmäßigkeiten einer Gesellschaft, insofern diese auf sich selbst stabilisierenden
sozialen Strukturen beruhen. Er unterstellt, dass diese Strukturen sich systemartig aufeinander beziehen.
Um jedoch die Vielfalt und Unüberschaubarkeit der Wirklichkeit durchdringen zu können, muss er erstens selegieren,
zweitens konstruieren und drittens eine Stilisierung vornehmen.
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Subsysteme
Die häufige Redeweise von "Subsystemen" setzt voraus, dass es Systeme gibt, die sich als Teileinheiten in größere
Systeme integrieren.
Subsysteme sind "grenzüberschreitende" Funktionszusammenhänge. Sie sind von qualitativ anderer Art, als diejenigen
innerhalb des Subsystems.
Subsysteme oder Teilsysteme verfügen über Regelmäßigkeiten im Inneren, welche durch die Struktur des Gesamtsystems
nicht vorgegeben sind und auch nicht in gleichgeordneten Teilsystemen unbedingt vorkommen müssen.
Die oberste Regel im Internet ist Selbsterhaltung des Netzes und die Unverletzlichkeit der Partner. Daher lautet
der kategorische Imperativ im Netz: "Bedenke, am anderen Ende sitzt ein Mensch."
Das Usenet ist eine Art Tageszeitung, die jeden Leserbrief abdruckt und besteht aus über 5000 thematischen Seiten,
davon allein 228 deutschsprachige im DE-Usenet.
Das Usenet umfasst die Menge aller Rechner, die Newsartikel der folgenden Newsgroups lesbar und schreibbar halten
und welche E-Mails empfangen und abschicken können.
Die Newsgroups sind comp, humanities, misc, news, rec, sci, soc und talk und werden die BIG 8 genannt.
Zusätzlich gibt es noch die Newsgroups de und alt.
Das Usenet dient zur einfacheren Verwaltung. Jede globale Entscheidung im Netz, also insbesondere die Einrichtung
oder Entfernung eines Diskussionsforums oder eine Regeländerung, ist durch Volksentscheid zu klären.
Dies läuft wie folgt ab.
3.1.1 Ablauf der Neuwahl einer Newsgroup
Jeder Netzteilnehmer kann seinen Vorschlag für eine neue Diskussionsgruppe durch eine Diskussionsaufforderung,
dem RfD, veröffentlichen.
Dazu wurde extra eine Diskussionsgruppe geschaffen, die sich mit der Errichtung und Abschaffung von bestimmten
Diskussionsforen beschäftigt. Diese heißt: de.admin.news.announce.
Der neue Vorschlag bleibt ca. 14 Tage veröffentlicht. Andere Netzteilnehmer können in dieser Phase ihre
Änderungsvorschläge abgeben. Daraufhin erfolgt eine erneute Veröffentlichung des verbesserten Vorschlages,
dem 2. RfD.
Es wechseln sich neue Vorschläge und Diskussionen solange ab, bis man zu einem Konsens gefunden hat.
Der Entstand der Diskussion ist ein Wahlaufruf, das CfV, wo innerhalb der nächsten vier Wochen abgestimmt
werden kann, ob die neue Diskussionsgruppe "gegründet" werden soll oder nicht.
Diese Abstimmung wird nicht veröffentlicht, d.h. Zwischenergebnisse sind nicht ablesbar. Nach zwei Wochen
erfolgt ein Erinnerungsposting, wo die Netzteilnehmer aufgefordert werden, ihre Stimme abzugeben. Nach den vier
Wochen werden die Stimmen ausgezählt und veröffentlicht. Wenn in der darauffolgenden Woche kein Widerspruch
eingeht, so ist die Wahl gültig.
3.1.2 Vergleich des Usenets mit anderen Medien
Medien werden unterteilt nach Einwegmedien und Mehrwegmedien.
Einwegmedien sind z.B. das Fernsehen oder das Radio. Sie sind unidirektional, d.h. bei Falschmeldungen
im Fernsehen hat nur der Betroffene Recht auf eine Gegendarstellung.
Das Usenet ist ein polydirektionales Vielwegmedium, d.h. niemand ist an der Veröffentlichung seiner Meinung gehindert.
Jeder kann alles kommentieren, also auch Nicht-Betroffene können Veröffentlichungen widersprechen.
Im Internet kann man unterteilen in unidirektional, z.B. der Nachrichtenticker oder die Uhrzeitdienste,
bidirektional, z.B. dem WWW und polydirektional, z.B. wie schon erwähnt das Usenet.
3.1.3 Regeln im Usenet
Die Regeln des Usenets sind geschrieben in der Netiquette unter de.newsusers. Es ist Pflicht für jeden
Diskussionsteilnehmer sie zu lesen.
Neulinge, die die Netiquette nicht lesen, fallen durch ihr merkwürdiges Verhalten auf und werden deshalb
als DAU bezeichnet. DAU ist eine Abkürzung von GAU und heißt dümmster anzunehmende User.
Bei der Veröffentlichung eines Artikels gibt es folgende Regeln.
Der Artikel sollte nur in der Gruppe veröffentlicht werden, für die er bestimmt ist.
Er sollte für alle Teilnehmer gut lesbar sein, d.h. die übliche Sprache der Gruppe, reine Texte verwenden
und keine Dateien aus Textverarbeitung, Bilder oder Programme. Die Zeilen sollten nach 75 Zeichen umbrechen
und nur die nötigsten Zeichen sollten verwendet werden.
Bei Antworten nur die Passagen zitieren, die relevant sind, den Rest löschen. Private Antworten nur per Email
und nicht öffentlich.
Vermeiden sollte man, dass man in die Gruppe postet, die man nicht liest, denn so treten immer wieder dieselben
Fragen von Neulingen auf. Außerdem sollte man immer seinen richtigen Namen nennen und sich nicht irgendwelche
andere Namen ausdenken, das wirkt zu unpersönlich.
Es sollte ein Zugang verwendet werden, mit dem man auch E-Mails empfangen kann, denn ohne E-Mail-Zugang sind
auch keine Rückfragen möglich.
Wenn man in mehrere Gruppen postet, sollte man eine Antwortumleitung in genau eine Gruppe einbinden.
Um das ganze persönlicher ablaufen zu lassen, sollte man kein "Sie" verwenden, sondern das freundschaftlichere "Du".
Wenn die Regeln des Usenets nicht beachtet werden, so erhält der Diskussionsteilnehmer ein Flame.
Dies ist ein Antwortposting das etwas unter die Gürtellinie gehen kann, aber nicht weiter ernst
genommen werden sollte. Im Gegenteil, man sollte sich die Kritik annehmen und beim nächsten Mal dieselben
Fehler nicht noch mal machen.
3.2.1 Die Innenwelt von Netzgemeinschaften
Virtuelle Gemeinschaften konstituieren sich durch wiederholte Kommunikation an einem virtuellen Raum.
Diese Orte sind durch ihren - den thematischen Focus ansprechenden - Namen und ihre Netzadresse von anderen
Orten abgegrenzt. Viele virtuelle Räume sind genau wie Parks oder Kneipen öffentlich zugänglich.
Damit ist man jedoch noch kein Mitglied der virtuellen Gemeinschaft. Durch ein regelmäßiges Engagement,
kompetente Beiträge und das Knüpfen von Kontakten kann man zum eingesessenen Mitglied/Insider werden.
Dabei muss man auch mit den Symbolen und Ritualen der jeweiligen Gemeinschaft vertraut werden.
Offene virtuelle Gemeinschaften bestehen meist aus einem "harten Kern" von etablierten Mitgliedern und einer
fluktuierenden Peripherie.
Virtuelle Gemeinschaften strukturieren sich nicht selten hierarchisch und stellen strikte Verhaltensregeln auf.
Welche inhaltlichen und formalen Kriterien einen erwünschten Beitrag bzw. sozialverträgliches Verhalten
qualifizieren und mit welchen Sanktionsmaßnahmen zu rechnen ist, wird meist in gruppeneigenen FAQ's
(Frequently Asked Questions) bzw. in den Charakter expliziert.
Manche virtuellen Gemeinschaften räumen einzelnen Personen durch Netzämter zusätzliche Kontrollmöglichkeiten
ein, weil Selbstselektion und Selbstregulierung nicht ausreichen, um von der Gemeinschaft gesetzte Ziele
zu erreichen.
Damit von einer virtuellen Gemeinschaft Themen und Aufgaben sinnvoll bearbeitet werden können, bedarf es
der Kooperation. Es ist den Mitgliedern überlassen Anstrengungen zu unternehmen, oder nur zu konsumieren.
3.2.2 Netz-Gemeinschaften und die Außenwelt
Gesellschaftliche Modernisierung steht seit Beginn der Soziologie im Verdacht, soziale Gemeinschaften
zu zerstören, Isolation und Einsamkeit zu fördern (Diewald, 1991, S. 19).
Virtuelle Gemeinschaften erscheinen kontraproduktiv, wenn man sich vorstellt, dass der ohnehin
im sprichwörtlichen "Single-Apartment" isolierte (post)moderne Mensch durch Netzaktivitäten noch mehr
Zeit allein zu Hause verbringt.
Das Liberalisierungsmodell sieht in der Pluralität ein wesentliches Charakteristikum demokratischer
Gesellschaften und kann somit die Vielfalt mehr oder weniger stabiler virtueller Gemeinschaften, die sich
gemäß den Interessen und Wünschen der Bürger bilden, nur begrüßen.
Insgesamt besteht unter den Vertretern von den unterschiedlichen Modellen (Zerfalls-, Liberalisierungs-,
Ambivalenz- und Polarisierungsmodell) die Einigkeit darüber, dass die technische Entwicklung sich nicht
aufhalten lässt. Ob und wie man sie steuern kann und soll, ist strittig.
3.2.3 Gruppengröße und -grenzen
Ein allgemeiner und geltender Grundsatz in der Literatur für Mitarbeit ist: "Je größer die Gruppe,
umso weniger werden öffentliche Interessen gefördert" (Ostrom, 1965).
Forscher haben eine Anzahl von Gründen gefunden, warum Mitarbeit schwieriger wird, wenn sich die
Gruppengröße erhöht:
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Um so größer eine Gruppe wird, umso mehr verteilen sich die Kosten der einzelnen Entscheidungen auf
die gesamte Gruppe (Dawes, 1980).
Je größer die Gruppe, umso schwieriger ist es, die Ergebnisse durch Einzelaktionen zu beeinflussen.
So kann eine Einzelperson vom Zusammenarbeiten entmutigt werden, wenn seine "Aktion" (Tätigkeiten)
das Ergebnis nicht beeinflusst.
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Je größer die Gruppe, um so mehr Anonymität, und eine Einzelperson kann frei handeln, ohne dass andere
seine Tätigkeiten beobachten.
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Es wird schwieriger, sich mit anderen zu verständigen und die Tätigkeiten der Mitglieder zu koordinieren.
Ergibt das eine Logik im Internet?
Das Verhalten anderer Teilnehmer in einer newsgroup ist jedem anderen sichtbar, egal ob es nun 10 oder
10.000 Teilnehmer sind. Dies entmutigt den Teilnehmer frei zu handeln, weil er sichtbar und identifizierbar ist.
Das Problem des Herausfindens der Personen mit gleichen Interessen wird durch newsgroups verringert. Auch die
üblichen Probleme wie Treffen zu einer bestimmten Zeit an einem Platz werden dadurch beseitigt.
Weitere Vorteile sind, dass viele Mitglieder an Diskussionsforen, die zahlreiche Themen einbeziehen, teilnehmen
können und andere Teilnehmer nicht belastet werden. Eine historische Aufzeichnung der Abhängigkeit der Mitglieder
wird automatisch produziert.
Wenn mehrere Teilnehmer aufeinander einwirken, entstehen weniger Kosten für den Einzelnen und sie können anders
unterstützt werden.
Ostrom fand, dass eine der wichtigsten Eigenschaften einer erfolgreichen Gemeinschaft eine klare Definition
der Grenzen ist. Grenzen sind häufig unbestimmt und schwer einzuhalten. Sie bestehen nur durch freiwillige Befolgung
und werden leicht verletzt. Meistens ist ein newsgroup-Name das wirkungsvollste Mittel zum definieren einer
Grenze. Indem er seinen Inhalt verkündet zieht er Interesse an und stößt Desinteresse ab. Manche newsgroups
ziehen an und halten eine ziemlich beständige Gruppe, aber viele nicht. Wenn die Mitgliedschaft in einer newsgroup
nicht beständig ist und die Grenzen nicht klar definiert werden, ist eine Mitarbeit schwierig.
Ein Weg der Erhöhung der Stabilität einer Gruppe ist die aktive Einschränkung der Mitgliedschaft. Jedoch sind
newsgroups für jedermann geöffnet.
3.2.4 Richtlinien
Ostrom fand heraus, dass Gruppen, die in der Lage sind sich zu organisieren und sich zu regeln, durch
folgende Regeln gekennzeichnet sind:
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Gruppengrenzen werden offenbar definiert
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es werden Richtlinien zusammen getragen, die den Gebrauch regeln
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die meisten Einzelpersonen, die durch die Richtlinien beeinflusst werden, können sie selbst ändern
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die Rechte der Mitglieder, ihre eigenen Richtlinien/Regeln zu planen, wird durch externe Behörden respektiert
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Es besteht ein System für die Überwachung des Verhaltens der Mitglieder; die Überwachung wird von den Mitgliedern
selbst übernommen
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es wird ein abgestuftes System von Sanktionen benutzt
Eigenschaften einer kooperativen Gemeinschaft:
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gutes Zusammenspiel zwischen Zielen und lokalen Zuständen der Gruppe,
das die Tätigkeiten der Mitglieder in der Gruppe regeln
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einzelne Mitglieder können Richtlinien ändern, um passende lokale Bedingungen zu verbessern,
und weil sich Teilnehmer über die Zeit ändern
Die Regeln sind wichtig für newsgroups. Sie bestehen aus einem globalen und lokalen Niveau überall im Usenet.
Es gibt für die Mitglieder die Aufgabe des Unterrichtens neuer Mitglieder über die Richtlinien und Regeln.
Ein FAQ (=Veranschaulichung von Richtlinien) beantwortet häufig gestellte Fragen. Die neuen Mitglieder lesen
zuerst die Dokumente bevor sie teilnehmen. Somit werden ältere Mitglieder nicht "belastet" und können die Fragen
der "newbies" ignorieren.
FAQ wird von den Mitgliedern gestaltet und geändert, dies kann eine Person tun, oder einzelne Beiträge.
3.2.5 Überwachung und Sanktionen
Erfolgreiche Gemeinschaften sind durch definierte Gruppengrenzen und gut entworfenen Richtlinien gekennzeichnet
(Ostrom). Die meisten Mitglieder glauben an die Regeln und befolgen sie.
Höhere Mitglieder überwachen andere Mitglieder, weil es nicht reicht, nur den Regeln zu folgen. Es steht immer
jemand hinter den Mitgliedern.
Es ist eine Überwachung, aber gleichzeitig auch eine Unterstützung nötig. Man sollte nicht nur bestrafen, sondern
auch als gutes Beispiel voranstellen, wenn es ein neues Mitglied richtig macht.
Die Mitglieder folgen den Regeln, wenn sie effektiv sind, und wenn sie merken, dass andere sie auch befolgen.
Personen sind solange kooperativ, solange es die anderen auch sind.
Gruppenmitglieder erkennen es an, wenn ein höher gestelltes Mitglied Regeln bricht, wenn es eine ungewöhnliche
oder schwer zu meisternde Situation ist. Andere Mitglieder müssen die Regeln befolgen.
Durch Computerkommunikation ist es einfacher die Leute zu überwachen, weil man zurückgehen kann und die Interaktionen
von z.B. voriger Woche kontrollieren kann. Man kann z.B. bei "normaler" Kommunikation sagen: "Das habe ich nie gesagt.".
Im Usenet kann man nachschauen.
Ein Nachteil des Usenet ist, dass Drohungen, wie körperliche Gewalt und Geldstrafen nicht möglich sind.
Ein Vorteil ist, dass die Überwachung mit niedrigen Kosten verbunden ist.
Die Regeln sind nie perfekt, oft ist ihre Interpretation mehrdeutig.
Computerkommunikation nimmt als Medium für öffentliche Diskussionen stark zu und wird demzufolge sozialer organisiert.
Computer werden benutzt, um Beziehungen zwischen Personen zu managen.
Trotz der Fehler bzw. Störungen, die auftreten, hat sich das Usenet zu einer bemerkenswerten robusten Institution
entwickelt. Es hat mehr als eine Dekade ausgehalten und sich stark ausgebreitet. Viele newsgroups sind ziemlich
unkooperativ geblieben.
(Nicole Gassmann)
Das Internet - eine der größten Entwicklungen der letzten Jahre. Es ist wie eine kleine Welt für sich.
Hier kann man einkaufen, Briefe schreiben, sich mit Leuten unterhalten... genauso wie im wirklichen Leben.
Dabei spielen auch Macht und Herrschaft ein große Rolle, gerade weil man im Netz Anonymität genießt.
Macht und Herrschaft sind zwei Begriffe, die voneinander untrennbar sind.
Macht "bezeichnet einen überlegenen Dispositionsspielraum eines Bestandteils einer Gesellschaft, der gegenüber
einem anderen unterlegenen einen für diesen unausweichlichen Einfluss ausübt." (Endruweit & Trommsdorff I, 1989: 409)
Herrschaft ist die legitime institutionalisierte Äußerung von Macht und gleichzeitig ein "...Verhältnis der
Über- bzw. Unterordnung, in dem Menschen - fast immer - sinnorientiert aufeinander bezogen handeln."
(Endruweit & Trommsdorff II, 1989: 273)
Popitz versteht Macht als institutionalisierte Macht, d.h. bestimmte Institutionen üben Macht auf jemanden aus,
so z.B. die Bank für einen Kreditsuchenden.
Institutionalisierte Macht heißt aber auch, dass erst eine Institutionalisierung von statten gegangen ist.
Die Institutionalisierung von Macht durchläuft drei Schritte, die Entpersonalisierung, die Formalisierung und die
Integrierung.
Entpersonalisierung heißt, dass nicht mehr die einzelne Person Macht hat, sondern bestimmte Funktionen und Stellungen.
Bei der Formalisierung orientiert sich die Macht an bestimmten Regeln und Riten.
Das dritte Merkmal der Institutionalisierung ist die Integrierung der Macht in eine höhere Ordnung.
Durch diese drei Schritte wird die Macht gefestigt.
Popitz` Macht entwickelt sich nach bestimmten Stufen.
2.2.1 erste Stufe: sporadische Macht
Bei der sporadischen Macht übt der Einzelne nur für einen kurzen Moment Macht auf eine andere Person aus.
Mit einer Wiederholung ist nicht zu rechnen.
Ein Beispiel für die sporadische Macht ist einmaliger Überfall oder Raub. Der Räuber hält uns das Messer
an den Hals und verlangt unser Geld. Wir gegen es ihm und er verschwindet.
Der Räuber hat nur für den kurzen Moment, wo er uns mit dem Messer bedroht Macht. Er verliert sie wieder,
sobald er das Messer wegnimmt und verschwindet.
2.2.2 zweite Stufe: normierende Macht
Bei der normierenden Macht kann der Machthaber "... das Verhalten der Abhängigen nicht nur hier und da steuern,
sondern normieren."
(Popitz, 1992: 239)
Diese Macht erhält man, wenn man folgende Bedingungen erfüllt.
-
Der Machthaber stellt bestimmte Forderungen und verlangt Leistungen. Ein Beispiel dafür ist, wenn man auf der
Straße überfallen wird und man aufgefordert wird, still zu sein und sein Geld herauszuholen.
-
Um seine Forderungen zu bekräftigen setzt der Machthaber Drohungen und Machtmittel ein.
Ein Beispiel dafür ist, wenn man bei einem Unfall jemandem ein Messer oder eine Pistole an den Hals oder an den
Kopf hält und ihm droht, dass, wenn er sich nicht still verhält, er von der Waffe Gebrauch macht.
-
Der Machthaber kann bestimmte Verhaltensweisen in gleichen Situationen durchsetzen, d.h. er weiß genau,
wenn er so und so vorgeht, fügen sich ihm seine Opfer.
-
Somit hat sich die Fügsamkeit normativ verfestigt, der Machthaber kann vorrausschauend
mit bestimmten Leistungen rechnen.
Aus der "Hier-und-Jetzt-Fügsamkeit" der sporadischen Macht ist eine "Immer-wenn-dann-Fügsamkeit",
die normierende Macht geworden. (Popitz, 1992: 239)
Um normierende Macht zu erlangen muss man nicht zuerst sporadische Macht ausgeübt habe, man kann diese auch überspringen.
Um Macht zu institutionalisieren, müssen bestimmte Prozesse normiert werden, d.h. Verhaltensabläufe müssen dauerhaft
wiederholbar, voraussehbar und regelmäßig sein. "Alle Macht strebt nach Normierung." (Popitz, 1992: 244)
2.2.3 dritte Stufe: Positionalisierung von Macht
"Normierende Macht entwickelt sich weiter zu positioneller Macht, wenn bestimmte Funktionen normierender Macht
sich zu einer überpersonalen Machtstellung verdichten." (Popitz, 1992: 244)
D.h. in einem sozialen Gefüge bildet sich eine Stellung, die auf eine Person übertragbar ist. Diese Person hat
eine bestimmte Position und ist verantwortlich für die Ausführung der Funktionen normierender Macht.
Um die Besetzung dieser Stelle zu garantieren, werden Nachfolger bestimmt.
Die stärkste Antriebskraft um Macht zu positionalisieren, ist der Wunsch, seine Macht zu vererben damit die eigene
Macht verewigt wird.
Der Erfolg der Positionalisierung liegt darin, dass auf den Machtgründenden ein Nachfolger kommt, der die Funktion
seines Vorgängers übernimmt.
Das einzige Problem liegt nur darin, dass es keine festgelegte Bestimmung über die Nachfolge gibt, sobald die erste
Nachfolge gelungen ist. So kann der Vorgänger nicht festlegen wen der Machthaber als Nachfolger festlegt.
Weiterhin gibt es konstitutive Probleme, die sich durch bestimmte Machtpositionen lösen lassen.
"In jeder Gesellschaft... entsteht das Problem der Aufrechterhaltung sozialer Kontinuität in der Generationsfolge
und also auch der Gefährdung von Kontinuität. Eine Antwort auf dieses Problem ist die Machtposition vom Typus des
Patriarchen." (Popitz, 1992: 246)
Weiterhin besteht das Problem der Normierung des Sozialverhaltens und somit auch die Gefährdung der Normierung.
Um dies zu verhindern, ist es Aufgabe der Gesellschaft, Normkonflikte zu bewältigen. Beispiel hierfür ist die
Machtstellung vom Typus des Richters.
Weiterhin besteht das Problem der Überwältigung von äußeren Feinden, d.h. die Gesellschaft lebt im Sicherheitsrisiko.
Hierfür ist die Machtposition des Heerführers verantwortlich.
Diese drei Typen von Machtpositionen, also der Typus des Patriarchen, des Richters und der des Heerführers, sind in
Verbindung mit sakralen Funktionen die Archetypen der Herrschaft. "Sie antworten auf Probleme, die für jede
Gesellschaft konstitutiv sind und sie prägen sich aus dem Moment, in dem diese Probleme in einem bestimmten
Gesellschaftstyp virulent werden." (Popitz, 1992: 254)
2.2.4 vierte Stufe: Herrschaftsapparate
Diese Herrschaftsapparate bilden sich um die zentrale Position des Herren und ist gleichzusetzen mit einer
Gefolgschaft. Eine Gefolgschaft liegt einer dauerhaften Bindung an den Herren zugrunde, d.h. der Herr
ist auch dauerhaft dafür verantwortlich, für seine Anhänger zu sorgen.
Gefolgschaften organisieren sich arbeitsteilig, sodass sie letztendlich sogar für die Herrschaftsverwaltung
verantwortlich ist.
Diese Arbeitsteilung innerhalb der Gefolgschaft verfestigt sich "... zu Positionsgefügen, die als übertragbare
Machtstellungen Dauer gewinnen." (Popitz, 1992: 256)
Durch diese Herrschaftsapparate bildet sich die Tendenz zur Entpersonalisierung, Formalisierung und Integrierung
weiter aus. Die Basis der Macht ist nicht mehr personengebunden, was nicht heißen soll, dass es keinen Herrscher
mehr gibt, aber durch die Entpersonalisierung wird die Macht indirekt auf die Herrschaftsapparate übertragen.
Jedoch erhöht sich die Intensität und Geltung der Macht der Herrschers durch die Bildung von Herrschaftsapparaten.
Herrschaftsapparate setzen die Kontrolle des gesamten Landes und der Bevölkerung voraus und ist unausweichlich
bei größeren Gebieten, wenn man sich seiner Macht sicher sein will.
2.2.5 fünfte Stufe: staatliche Herrschaft
Die staatliche Herrschaft ist die Veralltäglichung der zentrierten Herrschaft.
Durch Durchsetzung der Monopolisierungsansprüche der Herrschaftsapparate wird eine konkurrierende Macht ausgeschalten.
Man spricht von einer Entmachtung.
Die Monopolisierung erstreckt sich in der Normsetzung, der Rechtssprechung und der Normdurchsetzung.
"Entscheidungen, die unser Leben bestimmen, werden zunehmend entpersonalisiert, getroffen von Positions-Inhabern
nach allgemein verbindlichen Regeln, als Fall unter Fällen subsumiert und integriert in ein System zentrierter
Herrschaft. Wir alle sind eingebunden in ein einheitliches, umfassendes Netz institutionalisierter Macht.
Die staatliche Herrschaft ist die Endstufe der Institutionalisierung von Macht.
Doch welche Typen von Herrschaft gibt es?
Herrschaft ist für Max Weber die Chance, für bestimmte oder alle Befehle bei einer angebbaren Gruppe von Menschen
Gehorsam zu finden. Vorraussetzung ist jedoch, dass man jemandem gehorchen will oder muss.
Gehorsam meint, dass man so handelt, dass der Inhalt des Befehls zu Maxime des eigenen Verhaltens wird ohne
Rücksicht auf eigene Werte und Ansichten.
Man kann jemandem Gehorsam sein durch Sitte, affektuell, durch materielle Gründe oder wertrational. Entscheidend
ist jedoch der Legitimitätsglaube, d.h. das was der Herrscher sagt ist Gesetz.
3.2.1 die legale Herrschaft
Legale Herrschaft heißt, Gehorsam wird durch festgelegte Satzungen und Anweisungen mit unpersönlicher Ordnung
geleistet. Der Herrscher wird durch diese unpersönliche Ordnung festgelegt.
Die festgelegten Satzungen, das Recht, ist rational, zweckrational oder wertrational orientiert und muss
von allen Personen im Machtbereich eingehalten werden.
Jeder hat sich an bestimmte Regeln zu halten, die in den Satzungen festgelegt sind.
Jeder gehorcht nur den für ihn bestimmten Gesetzen und nicht dem Herrschenden als Person, der Herrschende
vertritt das Gesetz nur.
Alle Rechte sind technischer Natur oder sie sind Normen und können nur durch geschultes Personal angewendet
werden , dem sogenannten Verwaltungsstab oder in dem Fall den Beamten.
Die Herrschaft ist geordnet auf die Behörden aufgeteilt. Man spricht von einer Amtshierarchie.
Weiterhin werden die Leistungspflichten, d.h. die Zuständigkeit für einen Bereich der Herrschaft mit dem
dazugehörigen Befehlsgewalten und Zwangsmitteln aufgeteilt.
Der reinste Typ der legalen Herrschaft ist der mittels bureaukratischen Verwaltungsstab, den Beamten.
Diese gehorchen nur sachlichen Amtspflichten, haben Amtskompetenzen und müssen z.B. durch Prüfungen dafür
qualifiziert sein.
Sie erhalten ein festes Gehalt, abstufbar je nach Rang. Beamte üben eine hauptberufliche Tätigkeit aus und
werden vorher zum Beamten ernannt.
Der Verwaltungsstab ist die formal rationalste Form der Herrschaftsausführung durch Präzision, Stetigkeit,
Disziplin, Straffheit und Verlässlichkeit.
Ein Beispiel für legale Herrschaft ist die heutige europäische Gesellschaft mit Gesetzen und Parteien und Kanzler.
3.2.2 traditionale Herrschaft
Die traditionale Herrschaft ist, wie der Name schon sagt, Herrschaft durch Traditionen, also die Heiligkeit
des Herrschenden durch altüberkommener Ordnung und Herrengewalten.
Der Vorgesetzte ist der persönliche Herrscher, der Verwaltungsstab sind die Diener, die ihren Herrscher
mit persönlicher Dienertreue untergeben sind, und die Beherrschten sind die Untertanen.
Die Untertanen sind der durch Tradition bestimmten Person gehorsam und nicht gegenüber Sanktionen.
Die Befehle des Herrschers sind einerseits legitim in der Einhaltung der Tradition, d.h. traditionsgebundenes
Handeln und andererseits legitim in der Willkür des Herrschers, also traditionsfreiem Handeln. Was der Herrscher sagt,
wird getan.
Der Herrscher handelt nach persönlichen Neigungen und kann sich seine Gunst bei den Untertanen
erkaufen durch willkürliche Geschenke.
Er hat alle Freiheiten, wenn er keinen Widerstand reizt, wobei der Widerstand sich dann gegen die einzelne Person,
also dem Herrscher, und nicht gegen das System richtet.
Die Satzungen, die der Herrscher festlegt, können nicht einfach neu geschaffen werden, sondern müssen aus der
Tradition hervorgehen oder durch Weistum erkannt werden.
Der Herrscher handelt entweder mit oder ohne Verwaltungsstab.
Handelt der Herrscher ohne Verwaltungsstab, so erhält er Gehorsam von seinen gesamten Untertanen und hat
keine Diener die hinter ihm stehen.
Der Herrscher ist in dem Fall entweder der Älteste des Verbandes oder nach einer Erbregel festgelegt.
Hat der Herrscher einen Verwaltungsstab so sind dies die Sippenangehörigen oder Sklaven.
Dieser Verwaltungsstab hat keine feste Kompetenz, d.h. es herrscht keine Konkurrenz zu anderen Sklaven,
und es gibt keine feste rationale Hierarchie, d.h. Entscheidungen werden vom Herrscher durch Traditionen
oder willkürlich vorgenommen.
Die Diener des Herrschers haben keine geregelte Anstellung, sie sind Leibeigene des Herrschers und können von
diesem willkürlich eingesetzt werden. Außerdem bekommen sie keinen Lohn, sodass der Herrscher seine Diener mit
versorgen muss.
Ein Beispiel für die traditionale Herrschaft ist die Stammesherrschaft in Afrika oder die königliche Herrschaft.
3.2.3 charismatische Herrschaft
Die charismatische Herrschaft ist die Herrschaft einer Person, der außeralltägliche, übernatürliche oder
übermenschliche Fähigkeiten nachgesagt werden und die deshalb wie ein Gott, eine Heiligkeit, verehrt wird.
Man hat Charisma.
Der Herrschende bekommt Anerkennung durch sogenannte Wunder, seine Untertanen werden Anhänger genannt.
Der Verwaltungsstab wird durch eine innere Eingebung des Herrschers berufen und sind sogenannte Jünger, Propheten usw.
Diese Jünger oder Propheten haben keine feste Kompetenz, es gibt keine Hierarchie, d.h. der Herrschende greift nur bei
Unzulänglichkeiten des Stabes ein.
Der Verwaltungsstab erhält keinen Lohn, sie leben in einer Art Kameradschaftskommunismus.
Es gibt keine Rechtsfindung, nur eine Rechtsschöpfung durch Gottesurteile und Offenbarungen.
(Es steht geschrieben - aber ich sage euch...)
Der Herr muss pflichtgemäß anerkannt werden.
Das Charisma ist wirtschaftsfremd, die traditionale und rationale Alltagswirtschaft wird verschmäht, d.h. der
Herrscher und seine Anhänger lehnen jede Verflechtung mit dem Alltag ab.
Der Bedarf wird durch Schenkungen, Stiftungen oder durch Betteln und gewaltsame oder friedliche Erpressung gedeckt.
Durch die Veränderung der Lebensumstände und Lebensprobleme verändert sich auch die Einstellung.
Damit das Charisma veralltäglicht wird, muss sich der idealtypische Reinheitscharakter wesentlich ändern,
entweder traditionalisiert oder legalisiert oder beides zusammen.
Motive für die Veralltäglichung können ideelles oder materielles Interesse der Anhänger oder des Verwaltungsstabes sein.
Ein Beispiel für charismatische Herrschaft sind zum Beispiel Sekten.
Das Internet ist kein homogenes Netz, sondern ein Sammelsurium von anderen Netzwerken, auf denen
Internet-Pakete verschickt werden.
An einer Datenübertragung sind 4 Personengruppen beteiligt.
-
Telekom
Die Gruppe, die die Kabel für die Kommunikation bereitstellt.
-
Internet-Provider.
Das sind diejenigen, die das Kabel von der lokalen Telekommunikationsgesellschaft erwerben und
darauf den Dienst "Verschicken von Internet-Paketen" anbieten, z.B. DFN-Verein oder EuNet.
-
Gremien
In denen werden technische Grundlagen des Netzes genormt und beschlossen und sie sind relativ unauffällig
und bleiben dem Benutzer in der Regel verborgen.
Die Grundlage der technischen Verfahren im Internet sind die Internetstandards.
Request for Comment (RFC) kann von jedem in der Welt eingereicht werden, meist tun dies aber nur Arbeitsgruppen
der Internet Engineering Task Force (IETF).
Wenn ein solches RFC eingereicht wird, entscheidet die Internet Engineering Steering Group,
ob dafür der Standardisierungsprozess in Gang gesetzt wird.
Ist dies der Fall, beginnt der neue Internet-Standard sein Leben als "proposed standard",
als Standardisierungsvorschlag, er ist offener als andere.
RFC sind im Internet frei verfügbar.
Computerprotokolle verwenden meistens eine Kombination aus Nummern und Namen, die die korrekte Funktion
des Netzes gewährleisten.
Von gleicher Bedeutung sind die Namen der Rechner und Teilnetzwerke, die ebenfalls eindeutig sein müssen,
zu diesem Zweck gibt es die Internet Assigned Numbers Authority (IANA).
Dies ist die zentrale Registratur, die über Zahlen und Namen wacht, die dieser Einschränkung unterliegen.
Wer am Netz teilnehmen will, muss sich eine Netznummer und einen Namen zuteilen lassen. IANA darf keine Namen
und Nummern herausgeben, dies unterliegt dem Datenschutz.
-
Netzteilnehmer
Es steht ihnen frei, die Lager zu wechseln und etwa Informationsanbieter zu werden oder aktiv an der Gestaltung
von Standards im Internet teilzunehmen. Aktiv können sie beim Abrufen von Infos werden, und damit sind sie für
die anderen Nutzer fast unsichtbar. Sie haben eine indirekte Einflussnahme auf Informationsangebote, die durch
hohe Nutzerzahlen populär werden. Entscheidenden Einfluss haben Nutzer bei Usenet News. Dies ist ein
Diskussionsforum, in dem sich jeder Nutzer zu Wort melden und seine eigenen Beiträge einbringen kann.
Um die Verwaltung dieses Dienstes kümmern sich allein die Nutzer.
Es haben sich formale Regeln für den Netzbetrieb entwickelt, die weitgehend akzeptiert und eingehalten werden.
Scientology ist ein der größten Sekten der Welt. Der Begriff Sekte wird meist negativ bewertet, vor allem im Netz,
jedoch ist Toleranz das Herzstück im Netzalltag. Es gibt sogar Schimpfwörter wie z.B. Ausnetzler für alles,
was nicht in der eigenen Netzumgebung stattfindet.
Unter den Netzteilnehmern herrscht große Akzeptanz, deswegen gibt es Diskussionsforen für jede beliebige Sekte.
Scientology hat eine der etabliertesten und volumenreichsten Gruppe im Netz, alt.religion.scientology.
Obwohl diese Gruppe einen negativen Ruf hatte, wurde diese Seite von der Sekte gern gesehen, da so Scientology
durch mehr Zugriffe immer populärer wurde.
Meist sind ja die verbotenen und "schlechten" Dinge im Netz interessant.
In der Gruppe wurde über alles von Scientology gepostet, auch über die Namen der Mitglieder. Jedoch posteten
zuviel Netzteilnehmer negativ über die Sekte, sodass einige Mitglieder "absprangen" und ihr wissen über die
Sekte gegen Scientology benutzten.
Deshalb wurden gepostete Meinungen von Nichtmitgliedern gecancelt, d.h. ihnen wurde eine Steuernachricht
nachgeschickt, sodass der Artikel gelöscht wurde. Einem Diskussionsbeitrag folgt ein Pseudo-Diskussionsbeitrag,
der den vorangegangenen löscht.
Dies darf jedoch nur der Autor des Artikels und nicht von anderen Netzteilnehmern, wie in diesem Falle ein Mitglied
der Scientology-Sekte. Sogenanntes Fremdcanceln ist im Netz verboten.
Das Fremdcanceln des Scientologen wurde im Netz bemerkt und somit hatte Scientology einen noch negativeren Ruf.
Daraufhin verfolgte die Sekte alle Leute, die negative Artikel gepostet hatten und weiterhin posteten. Die
betroffenen Personen posteten in dem Anon-Server, dem Anonymisierungsserver. Dies sind Rechner, die den Namen
des Absenders anonym halten, ohne dabei die Netzanbindung zu beeinträchtigen.
Scientology fand somit die Namen der Nichtmitglieder nicht mehr heraus und somit konnte auch nicht mehr gedroht werden.
Daraufhin wandt sind die Sekte an Interpool um die Namen der Negativ-Poster herauszufinden. Die Nutzer wurden
jedoch vom Systembetreiber des Anonservers gewarnt, da dieser einen Situationsbericht schrieb, und konnten sich somit
schützen.
Es wurde weiterhin negativ über die Sekte gepostet, sodass Scientology eine Steuernachricht verschickte, die die
ganze Diskussionsgruppe löschen sollte. Dies konnte aber verhindert werden. Seitdem hat Scientology im Netz den
Spitznamen Sciennazis.
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München: C.H.Beck.
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Soziale Unterstützung in informellen Netzwerken. Berlin: Sigma.
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- Endruweit, G. & Trommsdorff, G. (Hrsg.): Wörterbuch der Soziologie.
Band 1: Abhängigkeit - Hypothese. Ferdinand Enke Verlag. Stuttgart 1989
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Band 2: Ich - Rückkopploung. Ferdinand Enke Verlag, Stuttart 1989
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Computer Communities. In Herring, S. (Hrsg.), Computer-Mediated Communication: Linguistic, Social and Cross-Cultural Perspectives (S. 109-128). Amsterdam: John Benjamins.
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letzte Änderungen: 20.3.2001
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